Sonderpädagogische Konsequenzen



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1. Grundsätzliche sonderpädagogische Konsequenzen

Schüler am Sonderpädagogischen Förderzentrum tun sich aufgrund verschiedenster Ursachen meist schwer, den Anforderungen der Arbeitswelt bzw. der Berufsschule auf Anhieb zu genügen. Dies hat Konsequenzen für die schulische Arbeit bzw. Förderung:

Die Schule berücksichtigt die individuelle Biographie und die Lebenswirklichkeit ihrer Schüler. Sie orientiert sich soweit als möglich an den individuellen Grund- und Lernbedürfnissen ihrer Schüler, soll Lernort und Lebensraum sein und außerschulische Lernorte miteinbeziehen.

Die zentrale Zielsetzung für die Klassen 7 bis 9 ist der Aufbau von Handlungskompetenz. Das bedeutet, dass die Jugendlichen auf ihre zukünftigen Rollen in Arbeit, Partnerschaft und Familie, Freizeit und politischer Gemeinschaft vorbereitet werden sollen. Die Jugendlichen sollen zu einer zunehmenden Selbststeuerung im Hinblick auf ein möglichst selbständiges Leben befähigt werden. Zur Handlungskompetenz zählt auch eine ausgewogene Kritikfähigkeit gegenüber schädlichen Einflüssen, sowie die Reflexionsfähigkeit bzgl. des eigenen (Arbeits-)Verhaltens und der eigenen Leistungsfähigkeit. Dafür gilt es sowohl traditionelle als auch neue Werte zu vermitteln, wie Selbständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Toleranz, Solidarität, Umweltbewusstsein und andere. Arbeitsbedeutsame Schlüsselqualifikationen, wie Selbständigkeit, Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft, kommunikative Kompetenzen, Lernkompetenzen, Verantwortungsbewusstsein usw. gilt es anzubahnen bzw. zu verbessern.

 

2. Drei Säulen: Persönlichkeitsbildung, Berufsorientierung, Förderung von Lernkompetenzen

Anstatt einer Aufteilung in Fächer sollte die diagnosegeleitete individuelle Förderung der Schüler hinsichtlich drei wesentlicher Aspekte erfolgen:

2.1 Die individuelle Persönlichkeit unserer Schüler: Persönlichkeitsbildung

Es gilt personale und soziale Kompetenzen anzubahnen, aufzubauen und zu erweitern. Schwerpunkt des Unterrichtens sind „Persönlichkeitsbildende Maßnahmen“. Dabei wird die Schule bzw. Klasse als Arbeits- und Lebensgemeinschaft betrachtet. Die Lehrkraft ist Vorbild, das Werte vorlebt und Regulativ, das Grenzen setzt und sanktioniert. Erlebnispädagogische ausgerichtete Aktionen sind wesentliche Unterrichtselemente, sie sind sowohl Inhalt, als auch Methode des Unterrichts. Das reicht z.B. von Interaktionsspielen über Walderkundungen bis hin zu Zeltlagern oder Wintersportwochen auf Selbstversorgerhütten oder Segeltörns auf „Selbstversorgerschiffen“. Im Bereich der Freizeiterziehung ist die Medienkompetenz zu stärken (Handy, Gameboy, Internet, TV, Video usw.), es sind aber auch musisch-künstlerische oder sportliche Aktivitäten mit einzubeziehen. Als Beispiele seien hier Arbeitsgemeinschaften Internet/Homepage, Schulband oder Trendsportarten genannt.

2.2 Die individuellen beruflichen Perspektiven unserer Schüler: Berufsorientierung

Eine besondere Bedeutung kommt den arbeitsbedeutsamen Schlüsselqualifikationen zu. Diese zu vermitteln, anzubahnen, aufzubauen und zu erweitern wird zum wesentlichen Unterrichtsprinzip. 

2.3 Das individuelle Lern- und Arbeitsverhalten unserer Schüler: Förderung von Lernkompetenzen

Von besonderer Bedeutung ist die Anbahnung, der Aufbau und die Erweiterung von Methoden- und Fachkompetenzen – insbesondere auch der Lernkompetenz. Der geeignete Ort dafür wird von uns als Kernunterricht bezeichnet. Die Vor- und Nachbereitung der unter 1. und 2. angedeuteten Maßnahmen und Aktionen aus dem Schulleben führen zu zahlreichen natürlichen Sprech-, Lese-, Schreib-, Rechen- und Präsentationsanlässen. Die wesentlichen Lernziele von Mathematik und Deutsch bleiben bestehen. Darüber hinaus gilt es Lernstrategien zu vermitteln und selbständiges Lernen vorzubereiten bzw. weiterzuentwickeln. Themenbezogenes Lernen soll die Abarbeitung fächerspezifischer Lernziele ablösen. Beim themenbezogenen Lernen lassen sich Methodenvielfalt, Handlungsorientierung und projektorientiertes Arbeiten umsetzen und damit die Kompetenzen unserer Schüler erweitern.

 

2003 bis 2006
K. Bernegger
R. Neumann

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Inhalt dieser Seite:

1. Grundsätzliche sonderpädagogische Konsequenzen:
Aufbau von Handlungskompetenz als zentrales Ziel

2. Drei Säulen:
2.1 Persönlichkeitsbildung
2.2 Berufsorientierung
2.3 Förderung von Lernkompetenzen